• Beitrag veröffentlicht:31. Juli 2021
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Gibraltar – Lanzarote über Tanger und Madeira #Törn8

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Ein Affe beobachtet die Straße von Gibraltar

Bericht über einen Segeltörn, der mich von Gibraltar hinüber nach Afrika in den Hafen von Tanger führte. Von dort aus weiter nach Madeira, um dann auf Lanzarote seinen Abschluss zu finden.


Angebot und Entscheidung

Wann beginnt eigentlich so ein Törn? Für die Meisten, wenn die Leinen zum ersten Schlag losgemacht werden. Aber vorher ist ja auch einiges gelaufen und deshalb beginne ich bei Adam und Eva.

Anfang März bekam ich den Törnplan der PlanB von Thomas, mit dem ich schon im letzten Jahr zwei Törns im Mittelmeer von Mallorca nach Sizilien und von Sizilien nach Griechenland gesegelt bin.

Diesmal fand ich den Törn von Gibraltar über Madeira nach Lanzarote sehr interessant und nach einem Telefonat mit Thomas war klar, 2018 geht es für 3 Wochen mit der PlanB auf den Atlantik.

Vorbereitung

Als Crewmitglied gestaltet sich die Vorbereitung recht einfach:

  • Urlaub beantragen und genehmigen lassen.
  • Den Törn fest zusagen.
  • Die Flüge buchen.
  • Transfer von der Wohnung zum Flughafen organisieren.
  • Transfer vom Flughafen zur Yacht organisieren.

Die Idee, direkt nach Gibraltar zu fliegen, habe ich aufgrund der schlechten Verbindungen und der hohen Kosten sehr schnell verworfen. Stattdessen wollte ich nach Malaga fliegen und von dort per Bus oder PKW nach Gibraltar reisen.

Mein Hinflug würde um 07:35 starten. Leider gibt es keine Bahnverbindung zum Flughafen, die gegen 05:00 ankommt. Daher habe ich mich entschieden diesmal das Auto zu nehmen und es am Frankfurter Flughafen im Parkhaus Platzhirsch abzustellen.

Damit war dann auch die Frage geklärt, wie ich nach dem Törn wieder nach Hause kommen würde.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch meine Ausrüstung um einen AIS DSC Notsender für meine Rettungsweste erweitert. Hier habe ich mich nach langen Recherchen für den easyONE-DSC-CL von der Weatherdock AG entschieden.

4 Wochen vor dem Flug habe ich zusätzlich einen Suchagenten auf blablacar eingerichtet, der mich über alle angebotenen Fahrten von Malaga nach La Linea de Conception informierte.

Gibraltar ist englisches Hoheitsgebiet und Spanien ist damit nicht so recht einverstanden, was immer mal wieder zu Schwierigkeiten an der Grenze führt. Es gibt auch keine Busverbindungen und so gut wie keine Mitfahrangebote über die Grenze nach Gibraltar. La Linea ist die Grenzstadt zu Gibraltar und damit mein Reiseziel für den Grenzübertritt. Zwei Tage vor dem Flug kam dann ein attraktives Angebot über blablacar herein, welches ich buchte und mir so die Busfahrt ersparte.

30.09.2018 – Anreise

Die Anreise gestaltete sich relativ Planmäßig. Wie immer bei Flugreisen ist es wichtig, möglichst 2 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Dementsprechend habe ich mit großen Zeitpuffern geplant, was dazu führte, dass ich eine halbe Stunde früher als geplant aufbrach und (zum Glück) 50 Minuten früher am Parkhaus Platzhirsch ankam. Nachdem ich das Auto geparkt hatte, stellte ich fest, dass die Shuttlebusse alle 30 Minuten zum Terminal 2 fuhren und da waren 25 Bonusminuten schon wieder aufgebraucht.

Memo: Sehr großzügig mit der Zeit planen.

Man muss zwar früher los, dafür bricht aber auch keine Unruhe aus, wenn es irgendwo hakt und kleine Schwierigkeiten gibt es auf einer Reise meistens.

Am Terminal 2 erwartete mich die zweite Überraschung. Vor dem Check-in-Schalter von Ryanair hatte sich eine sehr lange Schlange gebildet. Nachdem auch dieses Hindernis überwunden war, ging es zur Sicherheitskontrolle und hier ging es trotz vieler Reisender relativ schnell bis zur eigentlichen Kontrolle.

Segler oder Terrorist

Und da passierte es: Die Box mit meiner Rettungsweste wurde herausgezogen und die Kontrolleure begutachteten intensiv den CO₂ Zylinder. Nach einer kurzen Beratschlagung, beschlossen sie die Sache eine Instanz nach oben zu geben. Sie riefen eine Vorgesetzte hinzu, die mit dem Zylinder in der Hand in einem Nebenraum verschwand und ca. 5 Minuten später wieder auftauchte. Offensichtlich wurde nichts Gefährliches festgestellt. Die Vorgesetzte fragte mich nun, ob ich eine schriftliche Erlaubnis der Airline vorweisen könne, die Schwimmweste und vor allem den CO₂ Zylinder mitzuführen. Da dies auf der Website von Ryanair explizit gestattet wird, hatte ich die Rettungsweste vorher nicht extra angemeldet. Also gab sie die Angelegenheit noch eine Instanz höher und marschierte zu der, mit Maschinenpistolen ausgerüsteten, Gruppe Bundespolizisten.

Ein Fall für die Bundespolizei

Zwei von ihnen lösten sich auch umgehend aus der Gruppe, um sich meiner anzunehmen. Auch sie untersuchten die CO₂ Patrone und beratschlagten, was sie davon halten sollten.
Inzwischen hatte ich auf der Website von Ryanair die entsprechende Passage gefunden und zeigte diese den Beamten. Nachdem man offensichtlich zu dem Ergebnis gekommen war, dass von mir keine unmittelbare Gefahr ausgeht entfernte sich der zweite Kollege etwas.

1. Merkregel für Beamte: Prüfe, ob Du zuständig bist.

Ergebnis: Ja sie waren zuständig.

2. Merkregel eines Beamten: Prüfe, ob jemand anders zuständig sein könnte.

Ergebnis: Ja da war jemand, also wurde das Handy gezückt und die vorgesetzte Stelle um eine Entscheidung gebeten.

Diese sah offensichtlich kein großes Problem darin und überließ die Entscheidung dem Beamten vor Ort. Man kann halt nicht immer gewinnen. 😉
Er beschäftigte sich nun erneut mit der Passage von der Webseite und befragte mich, aus welchem Grund ich die Weste dabei hätte. Meine Erklärung, dass ich auf einen Segeltörn gehe und die Rettungsweste zu meiner persönlichen Sicherheitsausrüstung gehört, schien bei ihm für etwas Klarheit zu sorgen. Anschließend befragte er mich, wo ich segeln wollte.

Nein, ich würde nicht bei Malaga segeln. Sondern nach Gibraltar weiterfahren und von dort via Madeira nach Lanzarote Segeln. Von hier aus würde ich drei Wochen später wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Daraufhin fragte er, ob ich irgendwelche Segelscheine vorweisen könne. Also den Sportbootführerschein See sowie den Sportküstenschifferschein herausgesucht. Nach der Überprüfung der Segelscheine, kam er zu dem Ergebnis, dass ich kein Terrorist bin.
Und so durfte ich mitsamt meiner Rettungsweste in den Sicherheitsbereich des Flughafens.

Der Flug darf angetreten werden

Der Flug verlief unspektakulär, zumindest so weit ich das mitbekommen habe. Unmittelbar nach dem Start habe ich Ohren und Augen fest verschlossen und etwas fehlenden Schlaf nachgeholt.

Nach der Landung gestaltete sich das Auffinden eines geeigneten Treffpunktes mit meiner Mitfahrgelegenheit etwas schwierig, aber einige WhatsApp Nachrichten später saß ich im Auto nach La Lina. Die Fahrerin war so freundlich, mich direkt zum Grenzübergang zu bringen, wo ich zu Fuß die Grenze übertrat.

Direkt hinter der Grenze kreuzt die Start- und Landebahn des Flughafens Gibraltar die einzige Zufahrtsstraße. Nachdem ich die Rollbahn zu Fuß überquert hatte, war diese bereits für den Verkehr gesperrt und keine 5 Minuten später landete ein Flugzeug.

An Bord

Keine zweihundert Meter weiter lag die PlanB und ich wurde von Thomas und Barbara herzlich an Bord begrüßt.

Nachdem ich mich in meiner Kabine eingerichtet hatte, gingen wir gemeinsam Abendessen und besprachen den weiteren Ablauf.

Die beiden waren schon 8 Tage auf Gibraltar, um die PlanB für die Atlantiküberquerung auszurüsten. Für eine Besichtigung von Gibraltar hatten sie daher keine Zeit gefunden. So beschlossen wir, am nächsten Tag einen Ausflug auf „The Rock“ zu unternehmen.

Thomas schlug vor, dass wir den ersten Schlag nur bis auf die andere Seite der Straße von Gibraltar machen und in Tanger einen Zwischenstopp einlegen. Zum Glück hatte ich für diesen Fall meinen Reisepass dabei, sodass diesem Ziel nichts mehr im Weg stand.

01.10.2018 – The Rock

Der Ausflug auf „The Rock“ war sehr schön und kann von mir nur wärmstens empfohlen werden. Die 15 Euro Eintritt sind gut angelegtes Geld. Wir hatten großes Glück, denn an dem Tag war „The Rock“ wolkenfrei und wir hatten eine hervorragende Sicht.

Tower of Homage

Zuerst besichtigten wir den „Tower of Homage“ von „Moorish Castle“. Ein alter Wehrturm, schön aber nicht besonders spektakulär.

Great Siege Tunnels

Als Nächstes dann die „Great Siege Tunnels“, welche von den Engländern aus militärischen Gründen ab 1782 angelegt wurden. Beeindruckend war es, zu sehen mit welchem Aufwand der Tunnel durch den Berg getrieben wurde und dann an den gewünschten Stellen, Kammern mit Schießscharten nach außen in den Berg gehauen wurden.

Der Sinn einiger Räume und die Dimension der Senkrechten Schächte hat sich mir nicht so recht erschlossen. Von „The Rock“ aus wurde die Schifffahrt in der Straße von Gibraltar kontrolliert und bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „Great Siege Tunnels“ militärisch genutzt.

Auch heute noch befinden sich auf Gibraltar militärische Einrichtungen, gut sichtbar an den Funk- und Radaranlagen auf „The Rock“. Vor den Eingängen zu den militärischen Anlagen haben wir dann auch erste Bekanntschaft mit den auf Gibraltar lebenden Affen gemacht.

Affen

Wer sich die Zeit nimmt, die Affen etwas zu beobachten, dem wird schnell klar, dass dies ihr Felsen ist und sie die dort in rauen Mengen herumlaufenden Menschen lediglich als Besucher dulden.

Top of The Rock

Anschließend begaben wir uns weiter zu „Top of The Rock“. Dies ist auch die Bergstation der Seilbahn. Wer gut zu Fuß ist, dem sei aber empfohlen sich Gibraltar zu erwandern. Wer mit der Seilbahn den Berg hinauf fährt, um den Ausblick zu genießen und vielleicht den ein oder anderen Affen aus der Ferne zu bestaunen, mag dies tun. Ihm würde jedoch am Ende ein Großteil der Sehenswürdigkeiten entgehen.

Unser Weg führte uns weiter zum Skywalk, der ein regelrechter Affenhotspot ist.

Von dort ging es weiter zur „St. Michael’s Cave“, einer sehr beeindruckend illuminierten Tropfsteinhöhle. Vorbei an der „Rooke Battery“ und über die „Windsor Suspension Bridge“, traten wir den Rückweg an.

Apes Den (Affennest)

Als wir auf der Straße bei „Apes Den“ (Affennest) Felsbrocken sahen, kam bei mir die Frage auf, ob das normale Erosion war oder ob die Affen hier beim Toben einen kleinen Steinschlag ausgelöst hatten.

In jedem Fall wurde deutlich, dass so ein Berg immer eine gewisse Gefahr birgt und man hier im Zweifelsfall schnell den Standort wechseln muss.

02.10.2018 – Überfahrt nach Tanger

Am dritten Tag brachen wir Richtung Tanger auf. Wir hatten ordentlich Wind aus der richtigen Richtung, sodass wir nach 7 Stunden in die Marina von Tanger einliefen. Hier lagen wir erstmal am Schwimmsteg unter gelber Flagge, während nur der Skipper zum Einklarieren an Land durfte. Allen anderen an Bord war es streng untersagt, die Yacht zu verlassen.

Irgendwann tauchte ein streng schauender Zollbeamter mit unseren Reisepässen in der Hand auf, besichtigte uns und kontrollierte die Kabinen und Schränke, stellte einige Fragen. Nachdem wir diese zu seiner Zufriedenheit beantwortet hatten, überreichte er uns unsere Pässe und verabschiedete sich freundlich von Bord.

Damit waren die Einreiseformalitäten erledigt und auch wir durften an Land gehen. Später erfuhren wir, dass er zuvor den Skipper über die Crew und ihre Berufe befragt hatte und wir offensichtlich die richtigen, also von ihm erwarteten Antworten gegeben hatten.

Medina von Tanger

Abends unternahmen wir dann den ersten Ausflug in die Medina. Um etwas Handgeld zu haben, tauschten wir 50 Euro in Dinare um. Danach erkundeten wir die Altstadt mit den vielen fliegenden Händlern und dem vielfältigen Warenangebot.

Die Einheimischen sind außerordentlich aufmerksam, freundlich, zuvorkommend und dabei extrem geschäftstüchtig. Besonders deutlich wurde dies, als am Platz des 6. April 1947 gleich drei Anwerber versuchten uns wortwörtlich in ihr jeweiliges Restaurant zu ziehen. Mit großer Mühe und sanfter Gewalt gelang es uns, uns aus Ihrem Griff zu lösen.

Wir hätten gerne in einem der Restaurants gegessen, da hier auch viele Einheimische saßen. Nach dem aufdringlichen Auftreten der Werber, ist uns die Lust darauf jedoch vergangen. Daher entschieden wir uns, in einem ausschließlich von Touristen besuchten und verhältnismäßig teurem kleinen Restaurant zu essen.

03.10.2018 – Erkundung von Tanger

Am nächsten Tag erkundete ich die Stadt zunächst auf eigene Faust, um einige Mitbringsel zu kaufen. Außerdem war am Vorabend bei mir der Entschluss gereift, mir hier die Haare schneiden zu lassen. Dabei machte ich die Erfahrung, wie wichtig es ist zu handeln. 50 Prozent vom erstgenannten Preis sind durchaus nicht unrealistisch.

In Geschäften, in denen hauptsächlich Einheimische einkaufen, ist der Verhandlungsspielraum allerdings deutlich geringer. Vermutlich liegt das daran, dass hier keine Mondpreise für Touristen aufgerufen werden. Sobald die Händler spürten, dass man kaufen wollte und ihr Gespür hierfür ist außerordentlich gut entwickelt, war es schwer den Preis noch etwas zu senken. Betrachtet man das Preisleistungsverhältnis und die Lebensumstände der Menschen hier, sei ihnen ein ordentlicher Gewinn jedoch gegönnt.

04.10. bis 08.10.2018 – Überfahrt nach Madeira

Mit frisch geschnittenen Haaren und voller neuer Eindrücke, ging es am 4. Tag dann Richtung Madeira. Es wurde ein 3 Stunden Wachplan aufgestellt, sodass jeder von uns 3 Stunden Wache und 6 Stunden Pause hatte. Dies stellte sich als recht angenehm heraus und so vergingen die 4 Tage Überfahrt nach Madeira wie im Flug.

Am 8. Tag erreichten wir gegen 1500 Porto Santo. Eine kleine vorgelagerte Insel von Madeira. Leider war die Marina voll und wir mussten im Hafen vor Anker gehen.

09.10.2018 – Erkundung Porto Santo

Der 9. Tag war zur Erholung und für Landgänge reserviert. Ich habe den nahegelegenen Ort erkundet und bin schwimmen gegangen.

Beim Blick in die Wetterdaten ist uns ein Richtung Madeira ziehender Hurrikan namens „Leslie“ aufgefallen. Dieser bestimmte von nun an unsere weiteren Planungen.

10.10.2018 – Auf nach Madeira

Wir sind am 10. Tag die 5 Stunden nach Madeira gesegelt, in der Hoffnung hier einen sicheren Platz im Hafen zu bekommen. Leider war auch hier die Marina voll und wir mussten in einer nahegelegenen Bucht vor Anker gehen.

Im Revierführer wurde für diese Bucht empfohlen, den Anker zusätzlich mit einer Trippleine zu versehen. Für den Fall, dass sich der Anker am Grund verhakt, kann man ihn mit dieser Leine befreien. Außerdem lagen hier drei Eisenbahnwaggons im Wasser, von denen man sich besser fernhält, damit sich der Anker hier nicht verfängt.

11.10.2018 – Sturmtaktik

Nach einer sehr unruhigen Nacht mit extrem viel Geschaukel, sind wir am nächsten Morgen aufgewacht. Der Skipper hatte beschlossen abzuhauen, um nicht von „Leslie“ erwischt zu werden.

Memo: Die beste Sturmtaktik ist nicht in den Sturm zu kommen.

Kurz vor dem Bergen des Ankers dann die Überraschung, über Nacht hatte sich die Trippleine vom Anker gelöst und war zusammen mit der Ankerboje verschwunden. Sehr ärgerlich!

Auf der Überfahrt nach Madeira war teilweise sehr wenig Wind und wir mussten viel mit Maschine fahren. Also sind wir das kurze Stück in die Marina gefahren, um Diesel zu bunkern.
Nachdem dies erledigt war, fuhren wir weiter nach Machico, wo wir erneut vor Anker gingen. Von hier aus nahmen wir den Bus nach Funchal, um wenigstens etwas von der Insel zu sehen. Ursprünglich hatten wir geplant mehrere Tage auf Madeira zu verbringen und die Insel zu erkunden.

Da wir nach wie vor keinen sicheren Liegeplatz gefunden hatten, brachen wir am Abend des 11. Tages Richtung Lanzarote auf.

12.10. – 13.10.2018 – Überfahrt nach Lanzarote

Die ersten Ausläufer von Orkan „Leslie“ schoben uns zügig Richtung Lanzarote.

Das Leben an Bord verlief wieder im gewohnten 3-stündigen Rhythmus des Wachplans. Hin und wieder begleiteten uns Delfine, die vermutlich auch auf dem Weg zu den Kanaren waren.

14.10.2018 Ankunft auf Lanzarote

Dank des guten Windes erreichten wir am 14. Tag Lanzarote. Leider war in der Marina von Arrecife zu diesem Zeitpunkt kein Platz frei und wir mussten noch die halbe Insel nach SW fahren. Wir haben dann um 0100 in der Marina Puerto Calero festgemacht.

Auf dem Weg dorthin hätten wir beinah einen Fischer gerammt. Wir hatten ihn in seinem kleinen Boot mit dem kleinen schwachen weißen Licht vor den Lichtern der Küste hinter unserer Genua fast übersehen.

Memo: Besondere Aufmerksamkeit bei nächtlicher Ansteuerung von Küsten, insbesondere nach einem langen Blauwassertörn und bei sehr unbeständigen Winden mit mäßiger Sicht.

Gegen Nachmittag sind wir dann zurück nach Arrecife gesegelt, wo wir gegen 1730 festmachten.

15.10.2018 – Hafenliegetag Arrecife

Der 15. Tag war als Hafenliegetag geplant. Da der UV Schutz der Genua an einigen Stellen gerissen war, haben wir das Segel geborgen und durch die Fock ersetzt. Danach habe ich auf eigene Faust die Stadt erkundet. Thomas und Barbara nutzten den Tag für Arbeiten an Bord und Wäschewaschen.

Gegen Abend kehrte ich aus der Stadt zurück und wir brachten die Genua an Land. Dort reparierten wir den beschädigten UV Schutz mit selbstklebendem Segeltuch.

16.10.2018 – Marina Rubicon

Am 16. Tag unseres Törns brachen wir dann Richtung Marina Rubicon auf, wo wir gegen 1800 Uhr ankamen. Eine sehr schön angelegte Marina zwischen der Playa Blanca und dem Naturpark Los Ajaches.

17.10.2018 – Hafenliegetag

Der 17. Tag war dann wieder ein Hafenliegetag, um einige Arbeiten an Bord zu erledigen und die Gegend zu erkunden sowie einige schöne Fotos zu machen.

18.10.2018 Zurück zur Marina Puerto Calero

Am 18. Tag sind wir dann zur Marina Puerto Calero zurückgekehrt. Hier endete unser Törn. In zwei Tagen würde ich abreisen und Thomas und Barbara sich weiter auf die Überquerung des Atlantiks vorbereiten.

19.10.2018 – Ausflug auf Lanzarote

Am 19. Tag haben wir mit einem Mietwagen Lanzarote erkundet. Zuerst fuhren wir zum Mirador del Rio, dem nördlichsten Aussichtspunkt der Insel. In Haría machten wir Rast und kehrten zu einem Mittagssnack ein. Von hier aus ging es weiter zum Nationalpark Timanfaya, wo wir eine Bustour durch den Nationalpark unternahmen. In der La Bodega de Santiago gönnten wir uns dann ein Glas Wein und fuhren weiter zum El Lago Verde. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu den Klippen von Los Hervideros. Gegen Abend hieß es dann Seesack packen und alles für den Rückflug vorbereiten.

20.10.2018 Rückreise

Am Morgen des 20. Tages ging es dann auf zum Flughafen. Es kam wie es kommen musste, wieder gab es Probleme mit meiner Schwimmweste. Zielsicher fischte die Dame von der Sicherheitskontrolle meine Weste vom Band und erklärte mir, dass die Mitnahme der CO₂ Patrone an Bord nicht gestattet sei. Von dem Schreiben der Airline, welches mir explizit die Mitnahme gestattete, zeigte sie sich unbeeindruckt. Leider war das Schreiben nur auf Deutsch und da sie kein Deutsch sprach, konnte sie damit auch nichts anfangen.

Memo: Künftig Übersetzungen auf Englisch und in der Landessprache für die Genehmigung mitnehmen.

Mir wurde angeboten die Patrone im Wert von 30 Euro wegzuwerfen oder das Handgepäck am Check-in-Schalter aufzugeben. So entschloss ich mich das Handgepäck aufzugeben, nachdem ich alle wichtigen Sachen wie Papiere, Schlüssel usw. in eine andere Tasche umgepackt hatte.

Memo: Die CO₂ Patronen und die Rettungsweste ist im Aufgabegepäck besser aufgehoben.

Memo: Es kann nicht schaden, noch einen Beutel für wichtige Dinge im Handgepäck zu haben, falls man sich an der Sicherheitskontrolle wider Erwarten von seinem Handgepäck trennen muss.

Von da an verlief die Rückreise ohne besondere Vorkommnisse.

Fazit

Drei sehr schöne Wochen auf See mit vielen neuen Eindrücken sind nun zu Ende. Es ist schön, sich die Inselwelt der Kanaren zu ersegeln, aber es ist noch schöner, wenn man auch genügend Zeit für Ausflüge hat, um die Insel zu erforschen. Nebenbei konnte ich auch die negativen Eindrücke von #Törn7 verarbeiten und richtig einordnen. Die vielen Ausflüge an Land, insbesondere Gibraltar und Tanger, werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Segeln beinhaltet eine gewisse zwangsweise Entschleunigung. Hat man dann auch noch ausreichend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, ist Segeln die schönste Art zu Reisen.

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Lars Matti

Pfälzer (kann man ja eigentlich nur durch Geburt werden) mit Migrationshintergrund aus Anhalt der versucht Ordnung in das Chaos zu bringen.