• Beitrag veröffentlicht:20. März 2021
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You are currently viewing Von Catania auf Sizilien nach Lefkada in Griechenland #Törn6

Überfahrt von Catania auf Sizilien nach Lefkada in Griechenland und segeln zwischen den griechischen Inseln im Ionischen Meer. Ausflug auf den Ätna und Begegnung mit dem Mond Rover LRU-2.


Während der Überfahrt von Mallorca nach Sizilien auf #Törn5, bot mir Thomas an, ihn vier Wochen später von Sizilien nach Griechenland zu begleiten. Kurz entschlossen hatte ich zugesagt und noch während des Törns meinen Urlaub beantragt und die Flüge gebucht.

01.07.2017 – Anreise

Der Flug ging diesmal von Stuttgart nach Catania. Für den Weg zum Flughafen entschied ich mich diesmal für die Bahn. Hierfür hatte ich zwei gute Gründe: Erstens, weil die Fahrkarte ungefähr das Gleiche kostete, wie das Unterstellen des Autos am Flughafen. Zweitens, weil der Rückflug (aus Kostengründen) nach Frankfurt gehen würde.

Wie immer habe ich mit einem großzügigen zeitlichen Puffer geplant, nur leider nicht für den Weg zum Bahnhof. Und so kam es, dass ich am Bahnsteig angekommen meinen Zug nur noch von hinten sah, wie er gerade den Bahnhof Neustadt verließ. Also Smartphone raus und die nächste Verbindung herausgesucht. Ich hatte Glück, der nächste Zug ging in 30 Minuten und ich würde immer noch 2 Stunden vor Abflug am Flughafen sein.
In der S-Bahn vom Hauptbahnhof zum Flughafen erfuhr ich, dass vom 01.07.2017 bis zum 02.07.2017 die Comic Con Germany stattfand. Das erklärte auch, warum die S-Bahn voller Cosplayer war.

Am Flughafen war aber aufgrund der Ferienzeit so viel los, dass ich mein ganzes Zeitpolster mit Abgabe des Seesacks und dem warten an der Sicherheitskontrolle aufbrauchte. Als ich im Laufschritt am Gate ankam, stiegen gerade die letzten Passagiere in den Bus. Ich war der Letzte im Bus und der Erste im Flieger. Auf diesen Stress hätte ich gerne verzichtet.
In Catania angekommen lief alles optimal. Nachdem ich meinen Seesack wieder in Besitz genommen hatte, ging es für 4 Euro mit dem Bus zum Hafen. Hier fand ich auch recht schnell die PlanB.

Im Laufe des Nachmittags kamen noch zwei Crewmitglieder, einer (Tim) jedoch ohne Gepäck. Dies war noch irgendwo in Europa unterwegs.
Für mich wieder mal die Bestätigung, dass es sinnvoll ist mit maximalem Handgepäck zu reisen.

02.07.2017 – Hafenliegetag

Am Vormittag traf das letzte Crewmitglied ein, sodass wir nun komplett waren. Wir haben uns für den Tag ein Auto gemietet und sind zum Ätna gefahren. Von der Basisstation ging es mit der Seilbahn bis auf 2500 m und von hier aus mit einem Unimog weiter Richtung Krater. Unterwegs haben wir die Deutsche Raumfahrtbehörde getroffen, welche auf dem Vulkanischen Sand den Mondrover LRU-2 getestet haben.

Zurück vom Ätna haben wir noch einen Abstecher nach Taormina gemacht. Ein sehr malerischer Ort an den Klippen. Für einen ausgiebigen Bummel durch den Ort fehlte uns leider die Zeit.

Küste vor Taomina

03.07.2017 – Erster Anlauf für die Überfahrt

Heute soll es losgehen. Wir erwarten für den ersten Tag 6 Bft abnehmend.
Wir sind die Einzigen, die sich zum Auslaufen klarmachen. Ob die anderen etwas wissen was wir nicht wissen?
Kaum aus dem Hafen raus wird uns klar, warum außer uns niemand rausfährt. Vor der Luvküste hat sich eine sehr unangenehme Dünung aufgebaut. Die Wellen sind zwar nicht hoch, aber unangenehm kurz und steil. Und der Wind ist mit seinen 7 Bft auch stärker als erwartet. Wir halten eine Stunde gegen an, dann beschließt der Skipper, dass wir zurück in den Hafen fahren und noch einen oder zwei Tage auf besseres Wetter warten.

04.07.2017 – Ausflug nach Syrakus

Da der Wind immer noch kräftig auf die Küste weht, fahren wir mit dem Bus nach Syrakus und besichtigen die wunderschöne Stadt. Die Isola di Ortigia ist einen Ausflug wert.
Als wir am Abend voller neuer Eindrücke wieder an der PlanB eintreffen, bemerken wir sofort, dass sich der Wind gelegt hat. Und nachdem wir den Wetterbericht eingeholt haben, beschließen wir morgen nach dem Frühstück auszulaufen.

05.07.2017 – Zweiter Anlauf für die Überfahrt

Um 1000 legten wir in Catania ab und nahmen Kurs auf Griechenland. Zuvor war Tim, dessen Gepäck immer noch spurlos verschollen war, in der Stadt um sich Sachen zum Wechseln zu kaufen.
Der Wind schlief immer mehr ein, sodass wir alsbald die Segel bargen und die Eiserne Genua zum Einsatz kam. Die Wacheinteilung war diesmal sehr einfach. Nachts von 2200 bis 0200 sowie von 0200 bis 0600 gingen jeweils zwei von uns Wache und tagsüber haben wir uns frei eingeteilt.

07.07.2017 – Ankunft in Preveza

Gegen 1300 erreichten wir Preveza, alles in allem eine Ereignislose (also sehr gute) Überfahrt und machten Römisch-katholisch im Stadthafen fest. Auf sanitäre Anlagen muss man hier (wie meistens in Griechenland) verzichten, aber es gab Wasser und Strom direkt an der Kaimauer. Und als eine mobile Tankstelle vorbeikam, nutzten wir die Gelegenheit zum Tanken.
Der Hafen mit seinen Gaststätten und Cafés ist schön angelegt, ansonsten haben wir keine Sehenswürdigkeiten entdeckt. Tim nutzte die Nähe zum Flughafen, um erneut auf die Suche nach seinem Gepäck zu gehen und kam nach 2 Stunden unverrichteter Dinge zurück.

08.07.2017 – Besichtigung Vlicho Bucht

Um 1200 legten wir in Preveza ab und fuhren durch den Kanal zur Ostküste von Lefkas. Hier war erst mal wieder Segeln angesagt. Später liefen wir die Vlicho Bucht ein, wo der Törn in einigen Tagen enden sollte.
Hier angekommen suchten wir uns zwischen den vielen anderen Yachten einen Ankerplatz. Anschließend nutzten wir das ruhige Wasser, um die Wasserlinie und Teile des Unterwasserschiffs vom Bewuchs zu befreien.

09.07.2017 – Segeln vor der Ostküste von Lefkas

Nach einem gemütlichen Frühstück holten wir gegen 1100 den Anker ein und fuhren hinaus auf das Ionische Meer. Den Tag verbrachten wir mit Segeln (soweit der wenige Wind dies zuließ), unterbrochen von einigen Badestopps, um uns abzukühlen.
Um 2000 kehrten wir zurück nach Nidri, wo wir diesmal am Anleger eines Charterunternehmens mit Mooring festmachten.

10.07.2017 – Ithaka

Nachdem wir die Fock durch die Genua ersetzt hatten, legten wir um 1250 in Nidri ab und segelten bei schwachem Wind gemütlich nach Frikes auf Ithaka. Durch den schwachen Wind waren wir unvorsichtig und haben auf das Schließen der Seeventile verzichtet. Während der Überfahrt gab, es ein zwei Böen, bei denen die PlanB etwas mehr Lage geschoben hat. Gegen 1715 legten wir uns in Frikes neben einer polnischen Stahlyacht ins Päckchen. Hier bemerkten wir auch, dass während der Böen etwas Wasser durch das Waschbecken eingedrungen war. Dieses wenige Wasser reichte aus, um die Wasserpumpe außer Betrieb zu setzen. Seewasser ist nun mal der natürliche Feind von elektrischen Geräten.

Merke: Auch bei schwachen Winden immer die Seeventile schließen. Auch, wenn es noch so unnötig erscheint, erspart man sich dadurch eine Menge Ärger und ggf. Kosten.

11.07.2017 – Vor der Küste von Ithaka nach Vathi

Als die Wasserpumpe repariert war, konnten wir um 1115 aus Frikes auslaufen. Wir segelten den Tag die Küste entlang und machten einen ausgiebigen Badestopp in Filiatro Beach. Gegen 1710 machten wir in Vathi fest. Wer hier fest macht, dem sei Nicos Taverne empfohlen.

12.07.2017 – Vassiliki auf Lefkada

Um 1145 verließen wir Vathi, um uns die Steilküste im Süden von Porto Katsiki anzusehen. So bummelten wir wieder gemütlich die Küste entlang und erreichten am späten Nachmittag die Steilküste. Von hier aus liefen wir Vassiliki an. Vassiliki ist ein sehenswerter Ort auf Lefkada, den man besuchen sollte.

13.07.2017 – Sivota Bay

Unser Törn näherte sich seinem Ende und so traten wir langsam die Rückreise Richtung Preveza an. Wir verließen um 1240 Vassiliki mit dem Ziel Sivota Bay, wo wir um 1640 den vorletzten Liegeplatz ergattern konnten. An Ankern war nicht zu denken, da die ganze Bucht bereits belegt war.

14.07.2017 – Letzter Schlag zurück in die Vlicho Bucht

Gegen Mittag verließen wir Sivota Bay Richtung Vlicho Bucht, wo unser Törn enden sollte. Natürlich nutzten wir die letzte Gelegenheit in einer Badebucht vor Anker zu gehen, um das kristallklare Wasser zu genießen. In der Vlicho Bucht ist das Wasser eher Trüb und aufgrund der vielen dort liegenden Yachten vermutlich auch nicht von besonderer Qualität.
Gegen 1730 gingen wir hier vor Anker. Passend zum Ende des Törns verweigerte die Fernbedienung der Ankerwinsch den Dienst und so fuhren wir das Manöver diesmal von Hand.

15.07.2017 – Rückreise

Die Rückreise verlief erfreulich unspektakulär. Taxi zum Flughafen Preveza, von hier mit dem Flieger nach Frankfurt. In Frankfurt haben wir dann auch direkt einen passenden Zug bekommen.

Fazit

Ein schöner entspannter Törn, auf dem ich auch viel von Land und Leuten mitbekommen habe. Einen Monat zuvor auf #Törn5 war es angenehm warm, aber nun war es sehr heiß. Dank der vielen Badestopps war es noch erträglich.

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Lars Matti

Pfälzer (kann man ja eigentlich nur durch Geburt werden) mit Migrationshintergrund aus Anhalt der versucht Ordnung in das Chaos zu bringen.